Große Tech-Firmen wollen die Beziehungen zur Trump-Administration verbessern, doch politische Kontroversen gefährden ihr Geschäft. Von Musks Unterstützung bis zu Metas Änderungen – die Risiken der Vermischung von Politik und Wirtschaft.
Große Technologieunternehmen in den USA bemühen sich, die Beziehungen zur Trump-Administration zu stärken. Diese politischen Manöver haben jedoch Kritik und ethische Bedenken ausgelöst, was in einigen Fällen zu geschäftlichen Rückschlägen geführt hat. Von direkter politischer Unterstützung bis hin zu politischen Veränderungen, die von Trumps Agenda beeinflusst werden, stehen Branchenführer zunehmend unter Beobachtung. Die Aktien der sogenannten „Magnificent Seven“ verzeichneten ihren stärksten Verkauf seit drei Jahren aufgrund von Befürchtungen über schrumpfende Gewinnspannen und steigende Importkosten.
Elon Musk, CEO von Tesla, ist einer der prominentesten Unterstützer von Präsident Trump. Er spendete Millionen für dessen Wahlkampf und leitete die Initiative DOGE, die auf Stellenabbau abzielt. Musks politische Verstrickungen haben jedoch eine Welle der Kritik ausgelöst, die mehrere seiner Unternehmen beeinträchtigt hat. Die Verkäufe von Tesla sind in vielen Märkten rückläufig, was Analysten auf Musks kontroverse Aussagen zurückführen. SpaceX verliert zudem einen 100-Millionen-Dollar-Deal mit Ontario für seine Starlink-Dienste aufgrund von Trumps Zöllen auf kanadische Waren.
Musks Unterstützung für die rechtsextreme Partei AfD in Deutschland hat wahrscheinlich auch die Verkäufe von Tesla in Europa beeinträchtigt. Laut der deutschen Kraftfahrzeugbehörde sanken die Neuzulassungen von Tesla-Fahrzeugen im Februar um 76 %, während die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen insgesamt um 31 % stiegen. Auch in anderen europäischen Märkten gingen die Verkäufe zurück, beispielsweise um 53 % in Portugal und 45 % in Frankreich.
In China sieht Tesla sich regulatorischen Hindernissen aufgrund der eskalierenden Handelskonflikte mit den USA gegenüber. Das Unternehmen hat noch keine Genehmigung für seine autonome Fahrtechnologie erhalten, während sein größter chinesischer Konkurrent BYD die Gunst Pekings gewinnt, insbesondere durch die Nutzung von DeepSeek’s KI-Modell.
Unter den „Magnificent Seven“-Aktien zeigt die schwache Performance von Tesla die potenziellen Risiken, wenn sich Geschäft und Politik vermischen. Der Aktienkurs des Elektroautoherstellers ist seit November letzten Jahres starken Schwankungen ausgesetzt – er fiel um 53 % von seinem Höchststand im Dezember, nachdem er sich seit Trumps Wahlsieg fast verdoppelt hatte.
Meta, das Mutterunternehmen von Facebook, hat sein Fact-Checking-Programm eingestellt und im Januar politische Inhalte wieder zugelassen, darunter zuvor eingeschränkte Themen wie Einwanderung und Geschlecht. Meta spendete außerdem 1 Million Dollar für Trumps Amtseinführung, ebenso wie Amazon und OpenAI-CEO Sam Altman.
Die Social-Media-Apps von Meta, darunter Facebook, Instagram und Threads, stehen seit langem in der Kritik wegen der Verbreitung von Fehlinformationen zu politisch sensiblen Themen. 2016 wurde Facebook stark kritisiert, weil es die Verbreitung von Fehlinformationen während Trumps erstem Wahlkampf begünstigte, was zur Einführung von Fact-Checking-Richtlinien in den folgenden Jahren führte. Die Integration von KI in die Inhaltsmoderation wird voraussichtlich weitere ethische und rechtliche Debatten auslösen.
Mark Zuckerbergs Bemühungen, die neue US-Regierung zu umwerben, markieren eine Kursänderung. Meta hatte Trumps Facebook- und Instagram-Konten nach den Unruhen am Kapitol am 6. Januar 2021 für zwei Jahre gesperrt. Trump bezeichnete Facebook damals als „Feind des Volkes“.
Alphabet, der Eigentümer von Google, löste Empörung aus, als es den „Golf von Mexiko“ auf Google Maps in „Golf von Amerika“ umbenannte. Dies geschah als Reaktion auf eine Anordnung von Trump. Zudem hat Alphabets Entscheidung, seine Politik zum Verbot von KI für militärische Anwendungen aufzugeben, ernsthafte ethische Bedenken ausgelöst, was zu zahlreichen Rücktritten und Mitarbeiterpetitionen führte.
Jeff Bezos, der Besitzer der Washington Post und Gründer von Amazon, steht wegen Änderungen in der redaktionellen Ausrichtung der Zeitung in der Kritik. Das Meinungsressort konzentriert sich nun auf Ansichten, die „persönliche Freiheiten und freie Märkte“ unterstützen, während gegenteilige Standpunkte nicht veröffentlicht werden. Bezos blockierte zudem die geplante Unterstützung der Demokratin Kamala Harris für die Präsidentschaftswahl 2024. Diese Maßnahmen führten zu internen Rücktritten und einem Rückgang der Abonnentenzahlen.
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