Flugchaos am Heathrow: Europäische Airlines erleiden Kursverluste nach Stromausfall und Flugausfällen. Tausende Passagiere betroffen, Airlines wie British Airways und Lufthansa spüren die Auswirkungen.
Die Aktienkurse europäischer Fluggesellschaften sind am Freitag deutlich gesunken, nachdem der Flughafen Heathrow in London aufgrund eines schweren Stromausfalls vorübergehend geschlossen werden musste. Der Ausfall wurde durch einen Brand in einer elektrischen Anlage verursacht, der auch die Notstromversorgung des Flughafens zerstörte. Der Brand, der etwa drei Kilometer vom Flughafen entfernt ausbrach, konnte nach sieben Stunden unter Kontrolle gebracht werden.
Heathrow, einer der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, verzeichnet durchschnittlich 200.000 Passagiere pro Tag. Nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes FlightRadar 24 waren mindestens 1.350 Flüge von und zum Flughafen betroffen. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es:
„Wir rechnen in den kommenden Tagen mit erheblichen Störungen. Passagiere sollten unter keinen Umständen zum Flughafen reisen, bis dieser wieder geöffnet ist.“
Besonders betroffen ist die britische Fluggesellschaft British Airways, die in einer Erklärung bestätigte, dass der Brand erhebliche Auswirkungen auf ihre Betriebsabläufe hat. Die Muttergesellschaft, International Consolidated Airlines Group S.A. (IAG), verzeichnete einen Aktienrückgang von 3 % am Morgen und 1,5 % am frühen Nachmittag in London. Ein Sprecher von British Airways erklärte, dass alle Kurzstreckenflüge gestrichen wurden und auch Langstreckenflüge überprüft werden. Betroffene Kunden können ihre Flüge umbuchen oder eine vollständige Rückerstattung erhalten.
Die Investmentbank Jefferies wies darauf hin, dass British Airways einen Großteil ihrer Flüge von Heathrow aus durchführt. Wochenendflüge machen 0,4 % der verfügbaren Sitzplatzkilometer (ASK) der Gruppe für das Jahr 2025 aus. „Entschädigungszahlungen werden wahrscheinlich die größte unmittelbare Belastung darstellen“, so die Bank. Dies könnte 1-3 % des EBIT der Gruppe für 2025 ausmachen. Zusätzliche Kosten für die Verlegung von Besatzungen und Piloten könnten die Gewinne weiter belasten.
Matt Dorset, Equity Research Analyst bei Quilter Cheviot, schätzte die Entschädigungskosten auf etwa 30-50 Millionen Pfund (36-60 Millionen Euro). Auch andere Fluggesellschaften waren betroffen: KLM-Air France verlor 1,5 %, Lufthansa 1,7 % und Easyjet etwa 1 % bis 14:00 Uhr MEZ. Selbst Airlines, die nicht in Heathrow operieren, wie Wizz Air und Ryanair, verzeichneten Rückgänge von 1,4 % bzw. 0,8 %.
Der Rückgang der Aktienkurse spiegelt eine breitere Besorgnis der Anleger wider. Russ Mould, Investmentdirektor bei AJ Bell, erklärte:
„Die Aktien von IAG sind um ein Viertel von ihrem Fünfjahreshoch im Februar gefallen. Dies ist auf allgemeine Sorgen über das Passagieraufkommen und die Geschäftsreiseaktivitäten zurückzuführen, insbesondere in einer Zeit, in der Handels- und Zollfragen weiterhin Unsicherheiten schüren.“
Die negativen Auswirkungen erstreckten sich auch auf andere Branchen. Die deutsche Tourismusgruppe TUI, die fünf Fluggesellschaften besitzt, verlor 1,8 %. Die Intercontinental Hotels Group verzeichnete einen der größten Verluste in London mit einem Rückgang von 3,7 %.
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