Tesla-Aktien stürzen ab: Musks politische Rhetorik schadet seinem Unternehmen? Investor:innen und Käufer:innen reagieren auf seine Nähe zu Trump. BYD und europäische Hersteller profitieren.
Die Aktien von Tesla verzeichnen derzeit Rekordverkäufe, da Käufer und Investoren sich von Elon Musks Nähe zu Donald Trump und dessen Politik distanzieren. Am Mittwochnachmittag fiel der Kurs um fast 6 % nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, die mit einem Rückgang der Auslieferungen um 13 % die Erwartungen der Anleger enttäuschten.
Der CEO des Unternehmens, Elon Musk, muss nun erfahren, dass Verbraucher und Investoren durchaus bereit sind, mit ihrem Geld abzustimmen. Seine jüngsten politischen Aktivitäten haben kontroverse Reaktionen ausgelöst.
Am Sonntag nahm Musk an einer Wahlkampfveranstaltung in Wisconsin teil, um Brad Schimel, einen konservativen Kandidaten für den Obersten Gerichtshof des Bundesstaates, zu unterstützen. Mit über 21 Millionen US-Dollar (rund 19,39 Millionen Euro) trug Musk maßgeblich dazu bei, dass es sich um die teuerste Richterwahl in der US-Geschichte handelte. Dies hat eine Debatte über den Einfluss wohlhabender Einzelpersonen auf Justiz und Politik entfacht.
Bei der Veranstaltung räumte Musk ein, dass der Wert seiner Tesla-Aktien – und der aller Aktionäre – etwa halbiert worden sei. Er bezeichnete seine Position als Leiter der Abteilung für Regierungseffizienz (DOGE) als „sehr kostspieligen Job“. Obwohl er dafür kein Gehalt bezieht, ging man davon aus, dass seine Nähe zu Machtzentren geschäftliche Vorteile bringen oder das Vertrauen der Investoren stärken würde.
Im Dezember 2024, noch vor der Amtseinführung Trumps, erreichte Musks Vermögen mit rund 400 Milliarden US-Dollar (369,6 Milliarden Euro) einen Höchststand. Die Tesla-Aktie notierte am 17. Dezember mit einem Schlusskurs von 479,86 US-Dollar (442,47 Euro) auf einem Rekordniveau. Doch die politischen Äußerungen Trumps – sowie Musks Unterstützung dafür – ließen den Aktienwert bis Anfang März auf etwa 220 US-Dollar (203,28 Euro) fallen. Musks Vermögen schrumpfte um schätzungsweise 120 Milliarden US-Dollar (110,88 Milliarden Euro).
Politische Überzeugungen mit finanziellen Konsequenzen Musk scheint unterschätzt zu haben, wie sehr seine polarisierenden Aussagen und seine Verbindung zur Trump-Administration die Profitabilität seiner Unternehmen beeinflussen könnten. Allerdings macht Tesla nur etwa 27 % seines Vermögens aus. Der größte Teil (40 %) ist in SpaceX gebunden, das weniger von Endverbrauchern abhängt als von staatlichen Aufträgen und Investoren.
In Europa gewinnt der chinesische Hersteller BYD (Build Your Dreams) zunehmend Marktanteile. Trotz Vorbehalten gegenüber chinesischen Produkten überzeugt BYD mit günstigen Preisen. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal einen Absatzanstieg von 60 % im Vergleich zum Vorjahr. Das preiswerteste Modell in Europa kostet rund 20.000 Euro – deutlich weniger als Teslas günstigster Wagen, der Model 3 Sedan (ab 46.000 Euro).
Europäische Hersteller wie Peugeot (e-208 ab 32.500 Euro), Volkswagen (ID.3 ab 36.000 Euro) und Renault (Zoe ab 36.000 Euro) bieten ebenfalls wettbewerbsfähige Preise. Selbst Premiummarken wie BMW verzeichnen starkes Wachstum: Der i4 (ab 58.000 Euro) übertraf im Januar die Verkaufszahlen des Tesla Model 3 in Europa und den USA.
Dass ein traditionsreicher europäischer Hersteller wie BMW Tesla nicht nur in Europa, sondern auch in den USA überholt – trotz höherer Preise – zeigt eine klare Tendenz: Die Elektroauto-Branche reagiert ebenso auf politische Symbolik wie andere Bereiche des öffentlichen Lebens.
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